Rezension

Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“

Da geht ein Mann auf die Reise, nicht, weil er das möchte, sondern weil eine Frau ihn dazu bringt, eine, die mit ihm im selben anonymen Rentner-Appartementblock im Weissachtal lebt. Leonie Palm und Reither brechen also zu einem Spontantrip auf, der sie bis hinunter nach Sizilien führt. Lässig sind die beiden unterwegs, Kleidung und Essen werden unterwegs gekauft, übernachtet wird im Auto. So fahren sie, erfahren das eine oder andere voneinander und erreichen Catania 124 Seiten und dutzende Zigarettenpackungen später. Für den Leser gepflegte Langeweile, die sich überbrücken lässt, wenn man die Reiseroute aufmerksam verfolgt – falls man nicht angesichts der hemmungslos konsumierten Zigaretten an virtueller Bronchitis erkrankt. Ein etwas seltsames Erinnern an die Freiheit des Marlboro Mannes.

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Fingerübung, Schreibübung

Schreiben: Orte als Seelenspiegel für die Figuren

Ort und Person in Novelle, Kurzgeschichte oder Roman sind nicht unabhängig voneinander. Wäre der Ort einfach ein Ort, würde man ein wichtiges Potenzial vergeuden. Orte sind nämlich in der Lage, die Stimmung zu verdichten, lebendig zu machen und Spannung zu erzeugen.

Werfen wir zu diesem Thema einen Blick in Bodo Kirchoffs Novelle „Widerfahrnis“:

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