Allgemein, Rezension

Literarisches Quartett vom 16. Juni 2017

Zu Gast war diesmal Ulrich Matthes, Mitglied des Berliner Deutschen Theaters und ein engagierter Leser und Rezensent und geschwärmt hat er zusammen mit Thea Dorn von „Sämtliche Erzählungen“ von Maeve Brennan. Brennans Geschichten nannte Dorn „großartige Etüden der Einsamkeit“ , in die sie sich sofort verliebt hat: endlich eine Frau, die es versteht, „Flaneurliteratur“ zu schreiben. Auch Weidermann lobte, sprach von einer „unaufschließbaren Einsamkeit“ und der „unglaublichen Kälte, mit der erzählt wird“. Frau Westermann traute sich danach zu sagen: „gebt euer Geld für was anderes aus, ich habe mich sehr gelangweilt“. Unter dieser Kritik litt Thea Dorn theatralisch und nahezu körperlich: die Faust an die Stirn gedrückt rang sie um Fassung. Dass jemand das, was sie als Inbegriff des Wunderbaren berückt , langweilig finden kann! Und als sie zu Frau Westermann sagte „wir suchen nach unterschiedlicher Literatur“ klingt das, als wisse Frau Westermann einfach nicht, was intellektuelles Leseniveau ist.

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Allgemein, Rezension

Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind

Flott fängt das Buch an- fast wie ein Thriller:

„Ich kann nichts dafür. Mir könnt ihr nicht die Schuld geben. Ich hab´s nicht gemacht, und ich habe keine Ahnung, wie es passieren konnte.“

Aus verschiedenen Erzählperspektiven beleuchtet Toni Morrison das Leben von Bride, angefangen und beendet mit Worten der Mutter. Die Mutter, aufgewachsen im rassistischen Amerika, kann sich mit der extremen Dunkelhäutigkeit ihrer Tochter nicht anfreunden und Bride, damals noch Lula Ann, wächst in liebloser, ablehnender Atmosphäre auf.

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