Fingerübung, Schreibübung

Die schlimmstmögliche Wendung der Geschichte

– oder: wie kann ein Autor seine eingefahrenen Denk – und Erfahrungsmuster verlassen und sich auf neues Terrain begeben?

„George M. Oswald gesteht kalt lächelnd, (…): Ich habe es mit Friedrich Dürrenmatt gehalten: Eine Geschichte ist nicht zu Ende erzählt, bevor sie nicht ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.“ (Quelle)

Wie macht man das: die „schlimmstmögliche Wendung“  ausdenken? Wie wachse ich über mich hinaus bei der Weiterentwicklung eines Handlungsstranges?

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Fingerübung, Lernen durch Lesen, Schreibübung

Show – don´t tell. Eine Schreibübung.

Liebe Schreibende,

heute befassen wir uns mit einem Zitats aus Gogols Novelle „Der Newskijprospekt“:

„Sie kamen in das Zimmer. Drei weibliche Gestalten in verschiedenen Ecken stellten sich seinen Augen vor. Die eine legte Karten; die andere saß am Klavier und spielte mit zwei Fingern irgendetwas Trauriges nach Arte einer altmodischen Polonäse; die dritte saß vor dem Spiegel und kämmte ihr langes Haar und dachte gar nicht daran, beim Eintritt einer fremden Person mit ihrer Toilette aufzuhören. Eine unangenehme Unordnung, wie man sie gewöhnlich nur im Zimmer eines sorglosen Junggesellen antrifft, herrschte in allem. Die ziemlich schönen Möbel waren mit Staub bedeckt; eine Spinne hatte mit ihrem Netz das stuckierte Gesimse überzogen; durch die halbgeöffnete Tür des anderen Zimmers blitzte ein Stiefel mit einem Sporn und leuchtete der rote Aufschlag einer Uniform; eine laute Männerstimme und das Lachen einer Frau ertönte, ohne sich den geringsten Zwang anzutun. Mein Gott, wohin war er geraten!“

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Fingerübung, Schreibübung

Und was denkst Du so, mein Protagonist?

Du hast eine spannende Figur entwickelt, kennst sie vielleicht schon ganz gut, aber dir fehlt noch die Tiefe, der Kern, die Grundmotivation?

Dann fordere Deine Figur heraus und hole sie doch zum Interview. Das ist neben vielen anderen Techniken eine prima Möglichkeit, sich stärker mit den Motiven und  der Grundhaltung Deiner Figur auseinander zu setzen.

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Fingerübung, Schreibübung

Das Wesen einer Figur – reale Vorbilder

Ist dir das auch schon passiert: du begegnest einer faszinierenden Person, mit Merkmalen, wie du sie dir schöner nicht ausdenken kannst – und du fragst dich: wie halte ich diese Eindrücke fest, bis sie irgendwann zu einer Geschichte passen oder aus ihnen eine Geschichte wächst. Und vor allem: wie arbeite ich das Wesentliche der Eindrücke so heraus,  dass ich – und später auch die Leser- diese Eigenart in aller Lebendigkeit vor sich sehen.

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Fingerübung, Schreibübung

Schreiben: Orte als Seelenspiegel für die Figuren

Ort und Person in Novelle, Kurzgeschichte oder Roman sind nicht unabhängig voneinander. Wäre der Ort einfach ein Ort, würde man ein wichtiges Potenzial vergeuden. Orte sind nämlich in der Lage, die Stimmung zu verdichten, lebendig zu machen und Spannung zu erzeugen.

Werfen wir zu diesem Thema einen Blick in Bodo Kirchoffs Novelle „Widerfahrnis“:

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Fingerübung, Schreibübung

Eine unerhörte Begebenheit als Ausgangspunkt der Novelle: der Brief

Mein aktuelles Projekt beginnt mit eben solch einem geheimnisvollen Brief, der die Veränderungen für meine beiden Protagonisten ins Rollen bringt.

Na, was soll denn so unerhört und packend an einem Brief sein? Vielleicht, dass man überhaupt noch einen bekommt und sich wundert, wer so altmodisch ist und so viel Zeit hat, Handgeschriebenes zu versenden?

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