Lernen durch Lesen, Rezension

Gedanken zu „Der Dorfgescheite – Ein Bibliothekarsroman“ von Marjana Gaponenko, C.H. Beck, 2018

Marjana Gaponenko bedient sich für ihren Roman ausgiebig bei „Der Name der Rose“, um ihren Handlungsort, das Stift samt Bibliothek, bereit zu machen für den Auftritt des Protagonisten Ernest Herz.

Herz stolpert hinein in eine eigentümlich mittelalterliche Stiftswelt. Er, der sich seinem bisherigen, lustbetonten Leben entziehen will, indem er sich als Bibliothekar um die Digitalisierung kostbarer Bücher kümmert, begegnet dem kauzigen Personal des Stifts und lässt sich hineinziehen in die geheimen Machenschaften und die Verzweiflung seines durch Selbstmord gestorbenen Vorgängers Mrozek.

Das verspricht Spannung, zumal es zwei Ausgangspunkte für die Unrast von Mrozek und Herz gibt: den verstörend schönen „Lammengel“ Raphael, der in der Likörkneipe „Lamm“ vom dortigen Wirt ängstlich beschützt wird. Zum zweiten entdeckt Herz in seiner Dienstwohnung versteckt, ein wertvolles Buch, das ihn reich machen könnte, dessen Herkunft aber ungeklärt ist.

Gaponenko beschreibt detail- und metaphernreich. Hier eine herrlich spitze Beschreibung des Stiftsprälaten:

„mit (…) einem breiten Mund voller unverwüstlicher Sinnlichkeit, der unterhalb einer leicht eingedrückten Nase saß, ungefähr wie bei einem Ritter, der sein Leben lang ein viel zu enges Visier getragen hatte.“

Die Metaphern sind oft unerwartet und interessant, manches Mal aber auch überbordend und unlogisch:

„Schließlich durfte Herz im dritten Stockwerk des Refektoriums die violett gestreiften und verwegen gelockten Usambaraveilchen auf der leicht verkohlten Fensterbank gießen (…). Draußen plätscherte der Kunstteich in ungetrübtem Gleichmut.“

 „Wenn ich Italienisch spreche, fühle ich mich wie ein Kinderschänder auf dem Spielplatz“.

 „(…) die kleine Glasschale, in deren Inneren ein Klacks Wachs wie ein staubiges Rührei kauerte.“

 „(…) die Schweißspur in seinem butterblumengelben Gesicht, als wäre ihm eine Nacktschnecke die Wange heruntergekrochen (…)“.

 Der Lesefluss wir durch zahlreiche lateinische Einschübe und lange Fußnoten-Übersetzungen unterbrochen sowie durch Mundartdialoge, die eher seltsam klingen:

„sagn S´ma lieber, was ich Ihna bringen derf.“

Man spürt Gaponenkos Lust am Fabulieren und ihre Freude an der Sprachjonglage. Inhaltlich komponiert sie ein riesiges Gemälde mit Figuren, die einem düsteren, mittelalterlichen Traum entstiegen zu sein scheinen.

Sie baut Handlungsräume auf, die neugierig machen: die kriminologische Suche nach dem Eigentümer des Buches, die unbekannten Hintergründe des Mrozek-Selbstmordes, das Geheimnis des Lammengels Raphael und schließlich auch die schwer greifbare Psyche des Ernest Herz.

Jedoch schwindet die anfängliche Spannung. Keines der Themen bekommt Schwung. Die Figuren bleiben ohne Lebenskraft. Sie wirken auf mich wie geschlossene Gefäße in denen ihre Lebensthemen gefangen sind.

Ich habe mich irgendwann gefragt, warum ich Ernest Herz durch die Irrungen und Wirrungen folgen soll. Und inwiefern Ernest Herz ein Dorfgescheiter ist, inwiefern er all das nur träumt während einer Zugfahrt, und welche Rolle seine Einäugigkeit spielt – das mögen die kommenden Leser selbst prüfen.

Herz stellt fest: „Jemand schreibt mich, (…), eine Schreiberhand“.

Ich bin etwas ratlos und frage: was will die Schreiberhand mir sagen?

Euer Schreibtischle wünscht euch leseerlebnisreiche Februartage!

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Rezension zu „Neujahr“ von Juli Zeh, Luchterhand Verlag 2018

Juli Zehs Protagonist Henning arbeitet ein Kindheitstrauma auf. Er tut das an einem Neujahrsmorgen auf Lanzarote bei einer überstürzt begonnenen Radtour über den Steilhang hinauf nach Femés.

Während er im Takt zu „ Erster-Erster“ tritt, versucht er eine Standortbestimmung seines Lebens. Es geht ihm nicht gut, obwohl im Grund alles prima läuft: zwei gesunde Kinder, eine Ehe, die beide Partner ernst nimmt, ein guter Job. Er jedoch hat das Gefühl, neben sich zu stehen, immer irgendetwas falsch zu machen und er hat seit geraumer Zeit Panikattacken.

Hennings Schwester schnorrt sich derweil durch die Welt, übernachtet immer wieder in Hennings kleiner Arbeitswohnung.

„Wie ein kleines Mädchen erwarte sie ständig, dass alle Welt sich um sie kümmere. Und komme damit auch noch durch!“ (Kommentar von Hennings Frau Teresa)

„Henning hat sich um seine kleine Schwester gekümmert. Sie bildeten eine Einheit, von Anfang an.“

„Von klein auf war Henning daran gewöhnt, alles, was er tat, sagte oder auch nur dachte, als Angriff auf das Glück seiner Mutter zu betrachten.“

Nachdem Henning völlig entkräftet nicht nur in Femés, sondern etliche Höhenmeter darüber hinaus in einem Kunstatelier ankommt, erkennt er, dass er in jenem Haus, in jenem Garten schon einmal war, in den Ferien, als fünfjähriger Junge mit seiner Familie. Die dort lebende Künstlerin zeigt ihm Haus und Garten und an der abgedeckten alten Zisterne endlich, holt ihn die verschüttete Erinnerung ein. Aus der Sicht des Kindes, werden wir Zeuge einiger zutiefst verstörender Tage, denen Henning und seine kleine Schwester Luna ausgesetzt waren. Dieser Teil des Buches arbeitet mit der Vorstellungskraft des Lesers und erzeugt eine fast unerträgliche Anspannung.

„Es dauert nicht lange, bis sie nachkommt, verheult, der kleine Körper noch geschüttelt von verebbenden Schluchzern. Er erträgt es nicht, sie anzuschauen, vor allem die Beule auf ihrer Stirn. Mit ausgestreckten Ärmchen kommt sie auf ihn zu, will ihn umarmen, aber er wehrt sie ab. „Geh weg. Du stinkst.“

Henning gelingt es, durch diese Erinnerung klarer zu sehen, woher seine Ängste und Teile seines Verhaltens kommen und entschließt sich zu einem für ihn wichtigen Schritt. Das sich daraus ergebende Ende des Romans musste ich ein wenig hin und her bedenken, bevor ich einverstanden war.

Hennings schwache Mutter, die hohe Verantwortung, die er für seine kleine Schwester schon früh übernommen hat, die Sorge, seiner Mutter zur Last zu fallen – all das Ingredienzien für eine psychische Überlastung und doch sicherlich kein Einzelfall. Vermutlich hat auch nicht jeder diesen einen Ort an dem sein Lebensthema begann.

Juli Zehs Sprache ist sehr schlicht, fast spröde und es gibt Romansequenzen, deren Rolle im Gesamtblick nicht ganz klar wird- wie z.B. die Schilderung des Silvesteressens im Hotel.

Aber es ist meines Erachtens hohe Kunst, wie Juli Zeh das Schlüsselereignis aus Hennings Kindheit schildert und es schafft, dass ich bei der Lektüre verkrampfte Kiefermuskeln hatte und immer wieder an diesen Roman denke.

Eine weitere Rezension des Romans findet ihr bei Constanze Matthes im Blog „Zeichen und Zeiten“.

Ich wünsche gute Lektüre und gerne Kommentare, wie euch der Roman gefallen hat.

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Philipp Roth „Empörung“

Zusammen mit Seethalers „Das Feld“ kaufte ich zufällig auch Roths „Empörung“.

Wie in „Das Feld“ erzählt auch in „Empörung“ ein Toter aus dem Seelenreich heraus seine Geschichte: Markus Messner, Sohn eines koscheren Metzgers in Ohio, von beiden Eltern sehr geliebt und beschützt, stirbt, von Bajonetten zerfetzt, 1952 in Korea – mit gerade einmal 19 Jahren.

Hineingeboren in das kleinstädtische Amerika der 50-er Jahre, das sich im Koreakrieg befindet, versucht Messner, seinem überfürsorglich gewordenen Vater zu entkommen und einfach ein sehr guter Student zu sein, um, falls es dazu kommen sollte, nicht als einfacher Rekrut in die koreanischen Schützengräben geschickt zu werden, sondern als Offizier in den Planungsstab.

Messner ist wissbegierig und mit einem klaren moralischen Orientierungssinn versehen. Alles Frömmelnde ist ihm zuwider. Deshalb ist er Anhänger von Bertrand Russel und haftet keinem Glauben an. Von starkem Gerechtigkeitssinn und Nonkonformismus durchdrungen, setzt Messner sich gegen die Angriffe auf seine Würde zur Wehr. Er wechselt das College, er zieht dort zweimal um, er argumentiert stringent und schlagkräftig gegen die investigativen und zu persönlichen Fragen des Direktors.

In manchen Szenen wird Messner aus dem Jenseits heraus zum unbeteiligten Beobachter der Vergangenheit, gerade so, als würde er die Geschehnisse dokumentieren. In einer dieser Szenen, dem weißen Höschenklau und der darauffolgenden Zornesrede des Direktors, wird die ganze Regelbesessenheit und Enge dieser Zeit spürbar. Aber es bleibt dem Leser nicht erspart, festzustellen, dass sowohl der Direktor als auch Messners Vater am Ende richtig lagen:

„Jenseits eurer Verbindungshäuser entfaltet sich Tag für Tag Geschichte – Krieg, Bomben, Massaker- , und ihr seid blind für das alles (…) aber am Ende wird euch die Geschichte einholen. Geschichte ist nämlich nicht der Hintergrund – Geschichte ist die Bühne! Und ihr steht auf der Bühne. Oh wie abscheulich ist eure erschreckende Unkenntnis eurer eigenen Gegenwart“ (aus der Rede des Direktors)

Sobald Messner seinem Orientierungssystem zuwider handelt, sich also z. B. das Mädchen ausreden lässt, im Tausch gegen die Nichtscheidung seiner Eltern, oder einen Stellvertreter für den wöchentlichen Pflicht-Gottesdienst bezahlt, läuft sein Leben aus der Bahn: das Mädchen findet er nicht mehr, der Stellvertreter wird verraten, Messner daraufhin der Schule verwiesen und in Korea getötet.

Es bleibt dem Leser die Empörung über jene, die mit faulen Überzeugungen hausieren gehen und jene, denen Selbstreflexion und das Interesse an der Zukunft abhanden gekommen sind.

Philipp Roth „Empörung“ rororo, 5.Auflage Februar 2018

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Das Feld von Robert Seethaler

Seethalers Geschichtenroman lässt uns winzige Einblicke in vergangenes Leben nehmen. Die Protagonisten sind tot, sprechen aus dem Grab heraus und erzählen von einem Moment, einer Erfahrung, einer Erinnerung, die ihnen wichtig ist, die ihrem Leben eine bestimmt Tönung gegeben hat. Sie alle waren Bewohner des Ortes Paulstadt und auf diese eigentümlich kleinstädtische Art vernetzt, die nicht wirklich trägt, aber dennoch für Bindung sorgt.

Seethaler sucht sich aus der möglichen Vielfalt biographischer Erinnerung eine Essenz heraus: eine Geste, einen Geruch, eine Entscheidung. Er schreibt sich berührend und doch  schnörkellos in die Gefühls- und Seinslagen der Protagonisten.

„Fünfzig Jahre später hieltest du immer noch meine Hand. Es kam mir vor, als hättest du sie nie losgelassen, und das sagte ich dir auch. Du lachtest und meintest, das stimmt, hab ich auch nicht!“ (aus: Hanna Heim)

Und wie wunderbar Seethaler mit wenigen Worten Atmosphären schafft. Er hat seine Bilder geborgen und sorgsam bearbeitet, damit ihr innerster Kern nicht verloren geht und beim Leser eigene Bilder erzeugen kann.

„Ich bin winzig klein und sitze auf dem Boden hinter einem Vorhang. Irgendwo steht ein Fenster offen, der Vorhang bewegt sich, durch den Stoff flimmert Sonnenlicht. Dann wird er weggezogen und meine Mutter steht da und weint. Vielleicht lacht sie auch, in meiner Erinnerung macht das keinen Unterschied. Sie hebt mich hoch. Ihre Haare riechen nach Küche und Sonntagmorgen. Sie sind lang und blond und ich habe das Gefühl, als könnten sie meinen ganzen Körper bedecken, als könnte ich in Mamas Haaren verschwinden.“ (aus: Gerd Ingerland)

Wie roch mein eigener Sonntagmorgen?

Mancher Protagonist resümiert, sieht, wie es war und was ihm fehlte, mancher bereut und zweifelt.

„Ich erinnere mich an die vielen Hände, die ich gedrückt und an die wenigen, die mich gehalten haben. (…) Ja, ich habe bestochen, falsche Versprechungen und wahrscheinlich einen ganzen Haufen unehelicher Kinder gemacht, ich habe gelogen und betrogen, ich war schlimm, ich war böse, ich war falsch und gemein. Zusammenfassend lässt sich sagen: Freunde, ich war einer von euch!“ (aus Heiner Joseph Landmann)

„Ich wollte dir ins  Gesicht schreien „Ich bin ein Kind und ich will immer ein Kind bleiben. Ich will dein Kind bleiben!“ Ich habe nicht geschrien. Ich habe es für dich getan. Hat es gereicht? Ich weiß es nicht. Ich wünschte, ich hätte genauer hingesehen. Ich wünscht, ich hätte weniger genau hingesehen. Ich wünschte, du könntest stolz auf mich sein. Sei mir nicht böse.“ (aus: Hannes Dixon)

Nicht jede der Geschichten wird jeden Leser berühren. Das kann auch nicht anders sein, denn je nach eigenem Erfahrungs- und Erinnerungshorizont liegen einem die Grabgedanken mal näher, mal ferner.

Aber haften bleiben wird etwas- einer dieser schlanken, ehrlichen Sätze oder es erhascht einen ein Gedanke beim Lesen, den man nicht mehr missen möchte.

Robert Seethaler: Das Feld, Hanser Verlag, 3. Auflage 2018

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Zsuzsa Bánk „Schlafen werden wir später“

Es war eine Weile sehr still in diesem Blog und das Schreibtischle war verwaist. Dabei liegen viele verfolgenswerte Gedanken und eine angefangene Geschichte darauf.

Abgehalten vom Schreiben und Bloggen haben mich fiese Schmerzen nicht ganz geklärter Herkunft in Beinen und Rücken, die meine Nerven gleich mit angegriffen haben, weil ich es nicht gewohnt bin, nicht in Bewegung zu sein.

Abgehalten hat mich aber auch ein wenig die Lektüre von Zsuzsa Bánks „Schlafen werden wir später“. Man kann ganz verzagt werden angesichts ihres handwerklichen Könnens, des durchdachten Aufbaus, der unaufgeregten lyrischen Sprache, des schönen Sujets. Ich lese und lese, verfolge diese Leben, möchte nicht, dass ich aus dem Kosmos dieses Briefromans verstoßen werde- aber das Leseende ist nah.

Ich wünsche mir, in der Lage zu sein, ebenfalls solche dichten, lebensechten Figuren erschaffen zu können. Ich wünsche mir, es wie Bánks zu verstehen, den Erzählstrom so kunstvoll mit dem kritischen Blick auf unsere gesellschaftliche Wirklichkeit zu verflechten. Sie schildert eindrücklich die Beziehungen der Protagonistinnen zu Beruf und Familie, zu Partnerschaft und Natur, zeigt sie in ihren Verantwortungen, ihren Träumen und Wirklichkeiten. Anhand wohl gewählter kleiner Alltagssituationen lässt sie den Leser erleben, woran sich die Protagonistinnen aufreiben, was in ihnen arbeitet und werden will, wo sie sich verrennen und wie sie mit sich ringen. So klarsichtig ist das, so unaufgeregt und ungestelzt, dass man neben der Nähe zu den Figuren auch eine barmherzigere Sicht auf sich selbst bekommt. Und ja, es gibt reichlich Emotionen, Selbstzweifel, Selbstmitleid, Neid, Liebe, Wut- das könnte kitschig sein wie ein typischer Frauenroman, ist es aber dank der klugen Reflektiertheit der Autorin und des Tiefgangs der Protagonistinnen nicht.

Was mich zudem für das Buch einnimmt, sind die interessanten Lebenswelten, in die man als Leser sozusagen probehalber eintauchen darf. Sie sind ehrlich, detailreich und nachempfindbar beschrieben und die Leserin darf sie Stück für Stück erforschen: das Literaturarchiv in Marbach, ungarische Familienkultur, die Wohn- und Wirkstätten der Annette Droste-Hülshoff, ein Schriftstellerdasein, eine zerbrechliche Künstlerehe, Geldnot, die dunkle Kraft der Trauer, Schulsysteme und Kinder in Not – so kunstvoll gestrickt ist dieses Romannetz, dass es mich völlig absorbiert.

Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht und sich nicht scheut, ein etwas dickeres Buch zu verschenken, wer eine Freundin, Schwester, Tochter, Mutter hat, die schöne, ja manchmal auch etwas überbordend lyrische Sprache schätzt und zwischen 40 und sagen wir 60 ist, dann ist das Buch eine Empfehlung.

copyright S. Fischer VerlagZsuzsa Bánk: „Schlafen werden wir später“. Roman. S. Fischer Verlag , Frankfurt am Main 2017, 688 S., geb., 24,- Euro.

Zsuzsa Bánk: „Schlafen werden wir später“. Roman. S. Fischer Verlag , Frankfurt am Main 2017, 688 S., geb., 24,- Euro.

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Rezension zu „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“ von Bodo Kirchhoff

Kirchhoff hatte das Büchlein im März 2017 im Stuttgarter Literaturhaus mit Augenzwinkern angekündigt. Dessen Niederschrift wäre, so sagte er, eines der wenigen Male gewesen, wo Schreiben Spaß macht.

Geschrieben hat er es, nachdem ihn mitten hinein in die Leere nach Beendigung seiner Novelle „Widerfahrnis“ eine Einladung als Gastkünstler auf einer Karibikkreuzfahrt erreichte. Als er die Antwort formulierte, wurde klar, dass die Welten des „Sprachlieferanten“ und die des Kreuzfahrt-Amüsierbetriebes absurd weit auseinanderliegen und es lohnend sein könnte, sich diesen Graben etwas genauer anzuschauen.

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Frisch gelesen: „I´m supposed to protect you from all this” von Nadja Spiegelman

Die deutsche Version war noch nicht verfügbar und meine Erinnerung sagte mir, dass ich Paul Austers „Winter Journal“ 2013 in der Originalsprache mit Begeisterung gelesen hatte. Also habe ich mich getraut und Spiegelmans Memoir in der amerikanischen Version gekauft. Es sei vorweg gesagt: es ließ sich sehr gut lesen und hat mich fasziniert. Warum das? Weiterlesen

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