Literarisches Quartett, Literaturkritik

Das Literarische Quartett am 18.10.2019- diesmal von der Frankfurter Buchmesse

Sibylle Berg, Gast der aktuellen Sendung, sagte gleich zu Beginn: „Schlimm ist, wenn man ein großartiges Buch finden möchte und findet es nicht.“ Sie wundert sich im Laufe der Sendung über die vielen rückwärtsgewandten Romane, die gerade als preiswürdig und lesenswert angesehen werden. In ihnen ist alles schon geschehen, auch die Rettung in der Vergangenheit. Es gibt wenige Romane, die sich mit der Gegenwart befassen, mit dem Mensch im Jetzt.

Nach einer länglichen Diskussion, ob Peter Handke den Nobelpreis verdient habe, ging es dann doch noch um vier neue Bücher:

Winterbienen stellte Christine Westermann vor:

Januar 1944: Während über der Eifel britische und amerikanische Bomber kreisen, gerät der wegen seiner Epilepsie nicht wehrtaugliche Egidius Arimond in höchste Gefahr. Er bringt nicht nur als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in „Winterbienen“ einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft. (Auszug aus Internetseiten C.H. Beck)

Westermanns positive Einschätzung wurde von der Runde kaum geteilt. Berg sagt dazu: “ Was macht dieses Buch auf der Buchpreisliste? (..) Das Buch kommt mir vor wie eine Aquarellausstellung in einem Altstadtcafe.“ Das Buch mache sie ratlos, sie habe sich mit dem Buch „wahnsinnig gelangweilt“.

Sibylle Berg gab Einblicke in die Graphic Novel „Sabrina“, die mit ihren reduzierten Bildern, den wenigen Colorationen und Sprechblasen sehr klar und analytisch ist. „Das Buch ist sehr konsequent durcherzählt….“. „Mich hat wahnsinnig glücklich gemacht (zu lesen), was am Ende übrig bleibt.“

Die Graphic Novel „Sabrina“ war der erste Comic, der für den Booker Prize nominiert wurde. Autor Nick Drnaso erzählt darin vom grausamen Mord an einer jungen Frau – und wie die Tat instrumentalisiert wird, um ein Land in eine kollektive Paranoia zu stürzen. (Auszug aus deutschlandfunk Kultur)

Thea Dorn befasste sich mit Schutzzone:

Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern im Frühjahr 94 einige Monate gelebt hat. (Auszug aus Internetseite Suhrkamp Verlag)

Thea Dorn meinte: „Der Roman bleibt auf dem schwierigen Grad zwischen Idealismus und Desillusionierung (…) mit gutem Gespür für die politische Lage (..) Das Buch hätte den Buchpreis verdient.“ Sibylle Berg dagegen hat im Buch markiert, wo immer sie furchtbare Sätze fand. Das Buch ist für sie keine Bereicherung, da es sehr gute Sachbücher über die Uno gibt. „Es ist alles so mega fleißig- oh mir rinnt der Schweiß runter, so fleißig ist das.“

Volker Weidermann brachte von Eugen Ruge „Metropol“ mit, eine Familiengeschichte inmitten der politischen Situation des Stalinismus.

Moskau, 1936. Die deutsche Kommunistin Charlotte ist der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerade noch entkommen. Im Spätsommer bricht sie mit ihrem Mann und der jungen Britin Jill auf zu einer mehrwöchigen Reise durch die neue Heimat Sowjetunion. Die Hitze ist überwältigend, Stalins Strände sind schmal und steinig und die Reisenden bald beherrscht von einer Spannung, die beinahe körperlich greifbar wird. (Auszug aus Internetseiten Rowohlt Verlag)

Sibylle Berg: „Ein intelligentes, großartiges Buch – der gute Link zu heute ist ja das Warten nach dem Motto: mich wird es nicht erwischen. Viele Juden fragen sich heute wieder, ob sie hier sicher sind.“ Sie weist darauf hin, dass auf der Buchmesse viele (über 40) rechtsorientierte Verlage sind. Für Thea Dorn ist der Roman nicht nur befasst mit dem politischen Dogmatismus sondern ist auch das „Hohelied auf das Zweifelndürfen“.

Leider gab es kein Buch zum Messe-Gastland Norwegen. Das wäre interessant und bereichernd gewesen. Frau Berg darf gerne wiederkommen, sie hat eine feine und unverstellte Wahrnehmung.

Zum Thema Sprache: Herr Weidermann wies zum Schluss auf die nächste Sendung mit den Worten hin: „Wer das nächste Quartett nicht schaut, ist blöd“. Achtung bei der Wortwahl. Es reicht, wenn Schimpfworte im Netz hin und herfliegen. Die nächste Sendung ist also am 6. Dezember 2019.

Viel Spaß beim Lesen und Schmökern in diesen Herbsttagen. Und die Norweger nicht vergessen.

Euer Schreibtischle

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Literarisches Quartett, Literaturkritik, Rezension

Literarisches Quartett vom 14. Juni 2019

Der Gast im Quartett war diesmal Joachim Meyerhoff. Der Schriftsteller und Theaterschauspieler war eine erfrischende Bereicherung – sowohl was kluge Kritik als auch Begeisterungsfähigkeit, Eloquenz und Witz betrifft. Es gab also diesmal zu Lachen – wie schön.

Volker Weidermann stellte „Die Nickel Boys“ von Colson Whitehead vor: im Florida der 60er Jahre wächst der Martin Luther King Bewunderer Elwood bei seiner Großmutter auf. Es ist, so Weidermann, eine „Geschichte der Vernichtung eines jungen Schwarzen“. Thea Dorn ergänzte: „es geht um einen Mensch, der an Güte glaubt und systematisch kaputt gemacht wird. Das Gute in der Welt hat keine Chance.“ Joachim Meyerhoff findet die schönen Worte: „wenn das Helle im Geist auf die rohe Gewalt trifft…“ Er hat den Eindruck, dass mit solchen Romanen Literatur über szenische Darstellung hinauswächst, da sie in der Lage ist, über das Sichtbare hinauszugehen und in der Fantasie neue Bilder entstehen zu lassen. Für Meyerhoff war es eine im positiven Sinne schmerzliche Leseerfahrung.

Jochen Schmidts „Ein Auftrag für Otto Kwant“ wird von J. Meyerhoff besprochen. Es handelt sich um einen jungen Architekt, den es zusammen mit einem Stararchitekten nach Urfustan verschlägt. Es ist eine „übervolle und todkomische Geschichte“, wie der, der die Welt schöner machen möchte, in absurden Aufträgen und Umständen landet und von der Welt überfordert ist. Der „Unsinn hat eine menschliche Dimension und macht süchtig“. Thea Dorn fand für sich nicht heraus, was Schmidt ihr mit diesem Buch sagen möchte. Ihr kommt mit diesem Buch einmal mehr das Genre der „schluffigen Männer Mitte Dreißig“ unter, die, „frühvergreist sind und heim zu Mutti möchten“. Christine Westermann hat sich mit dem architektonischen Detaiswissen nicht anfreunden können und Volker Weidermann glättete die Wogen mit dem Satz: „Das ist ein junger Mann, der in den Bilder der Kindheit gefesselt ist“.

Zazie in der Metro“ von Raymond Queneau ist bereits 1959 erschienen und liegt nun in neuer deutscher Übersetzung von Frank Heibert vor. Thea Dorn bestätigt, wie schwer der französische Sprachwitz dieses deftigen Parisromans zu übersetzen ist und wie gut das in diesem Fall gelungen ist. Herausgekommen ist eine brilliant Übersetzung, eine junge, freche Sprache und somit ein „riesiges Lesevergnügen“. Inhaltlich geht es, so Dorn, darum, „seiner Wahrnehmung zu misstrauen“. Zazie schafft es mittels ihrer fantastischen Wortakrobatik, Menschen aus ihren Wahrnehumgungsnischen zu befreien. Das Buch gefällt dem ganzen Quartett.

Christine Westermann stellt „Der Zopf meiner Großmutter“ von Alina Bronsky vor. Die Familiengeschichte thematisiert das Migrantenschicksal einer Großmutter und ihres Enkels, die aus der Sowjetunion nach Deutschland umgesiedelt sind. Die Großmutter hasst Ausländer, ist rabiat und peinlich. Für J. Meyerhoff ist das Buch in der Konstruktion stecken geblieben, die Figuren erfahren kaum Entwicklung und „bleiben alle, was sie sind“. Volker Weidermann empfand als eigentliche Tragik und Kernaussage des Romans eben diese Nichtentwicklung des Enkels Maxim. Thea Dorn weist auch auf die fehlenden Gegenspieler der Großmutter hin. Sie hätte dieser gerne die „Zazie in der Metro“ vorbeigeschickt mit ihrem frechen Mundwerk.

Euch allen eine schöne Juni-Lesezeit. Das nächste literarische Quartett gibt es dann am 9. August 2019.

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Wer sagt es schöner – Das Literarische Quartett vom 7. Dezember 2018

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Als Gast, der die Runde schnell dominierte, war der Schauspieler Ulrich Matthes geladen. Wo sonst Thea Dorn mit Eloquenz und Belesenheit das Heft in der Hand hält, kam es diesmal mit Herrn Matthes zu akademischen, wenn auch spielerischen Dialogen, in denen mit Hintergrundwissen doch mehr als notwendig geprahlt wurde. In der Glut der Debatte hörten sich die beiden leider auch am liebsten selbst reden und zwar immer wieder gleichzeitig.

Weidermann wirkte locker, moderierte straff und versuchte sich in einer machtvolleren Moderatorenrolle. Dazu nutzte er auch bisher unbekannte Gestik und Mimik: er rollte mit den Augen, warf sich im Stuhl zurück, fiel sogar ins Hessische angesichts dieser eher undisziplinierten Runde.

  1. Herr Matthes stellte von Hilmar Klute den Roman „Was dann nachher so schön fliegt“ vor. Der junge Protagonist wächst in den 80 er Jahre im Ruhrgebiet auf. Als Zivildienstleistender pflegt er Bewohner eines Altenheims, in seiner zweiten Welt versucht er sich mit Verve im Schreiben von Gedichten. Matthes schätzt die „unglaublichen Dialoge“ sowie die „burleske Komik“, mit der etliche Literaten ihr „Fett weg bekommen“. Am Ende, so Matthes, ist der Roman ein Buch über die „Kraft der Literatur“.
  2. Volker Weidermann warb für Maria Stepanowa und ihren Roman „Nach dem Gedächtnis“. Es handelt sich um eine jüdische Familiengeschichte, die so leise am Rande der Gesellschaft stattfindet, dass sie danach ruft, an die Oberfläche gebracht zu werden.. Matthes bezeichnet das Buch als „leuchtend“ und als Idealfall dessen, was er von einem Buch erwartet: hohe suggestive Kraft, die Fähigkeit, den Leser in die Welt der Protagonisten eintauchen zu lassen und einen Abgleich mit dem Leben des Lesers zu provozieren. Westermann und Dorn empfanden das Werk  „mühsam“ zu lesen, zumal Stepanowa versucht, allen Figuren gerecht zu werden, alle aus dem Verborgenen herauszuheben und so nicht dazu kommt, die Geschichten der einzelnen Figuren wirklich zu Ende zu erzählen.
  3. Christine Westermann versuchte, Lesern den Debütroman „Lempi – das heißt Liebe“ von Minna Rytisalo ans Herz zu legen. Die Liebesgeschichte spielt in den 40-er Jahren in Lappland und dreht sich um Lempi, die eine innige Liebe mit dem Bauernsohn Viljami verbindet. Viljami wird 1943 zum Krieg eingezogen. Als er zurückkommt, ist Lempi verschwunden… Matthes war von dem Buch gelangweilt, weil ihn der „Klang“ der Autorin nicht erreicht hat und fand den Roman „betulich“. Weidermann fand die Liebesgeschichte „säuselnd leicht“, Thea Dorn fragte sich, was die „ganze Übung bringt“.
  4. Zu guter Letzt griff Thea Dorn zu Sebastian Barry und seinen Roman „Tage ohne Ende“. Unwidersprochen das Highlight des Abends, dem Thea Dorn 8 von 4 Punkten gab. Obwohl vom Genre her ein Westernroman, faltet Barry ein „riesiges Panorama über Liebe, Loyalität, Vertreibung, Gutbürger, Homoehe“ etc. auf. Im Rückblick erzählt der Ire Thomas Mc Nulty, sein Leben, nachdem  er vor der Hungersnot 1847 in Irland als 15-jähriger floh. Er und sein Freund John Cole melden sich zum Militär, werden zu Schuldigen im Kampf gegen die Indianer und führen zugleich eine zärtliche Partnerschaft, in die hinein sie sogar ein Indianermädchen adoptieren.  Dem Buch bescheinigen die Mitglieder des Quartetts eine großartige Mischung aus Grausamkeit und Feinheit, bezeichnen es als tollkühnes Buch und große Literatur. Wer mehr wissen möchte: bereits im September erschien eine Rezension im Literaturcafé.

Insgesamt bot das Quartett eine spannende, stellenweise etwas abgehobene Debatte. Zu Beginn einer Buchvorstellung darf sich das Quartett gerne auf die erzählende Zusammenfassung besinnen, die als solche schon neugierig macht und hohe Kunst ist.

Viel Freude bei den Weihnachtsbücher- Wunschzetteln für alle Blogleser und festliche, fröhliche Tage!

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Das literarische Quartett vom 12.10.2018 – von der Frankfurter Buchmesse

Gast: Denis Scheck – bekannt aus der Sendung Druckfrisch in der ARD

Das Quartett hat ganze Arbeit geleistet: Vier Bücher mit insgesamt ca 3000 Seiten wurden gelesen und dazu gabs eine sehr fruchtbare Diskussion. Denis Scheck und Thea Dorn sind im Quartett das kongeniale Duo – sprachlich und intellektuell auf Augenhöhe, streitbar und nie langweilig.

Thea Dorn stellt Karen Duves historischen Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer vor, in dem die unglückliche Liebe der brillanten jungen Annette von Droste-Hülshoff und deren Scheitern an den Strukturen behandelt wird. Mit enormer Recherchearbeit hat Duve es geschafft, einen Roman, „zart und sarkastisch“ zu schreiben und zeigt dabei ein „gutes Gespür für die himmelschreienden Geschlechterrollen. Den Leser holt sie durch pfiffige Sprachdetails in die Gegenwart und schafft wunderbare Sommer-Atmosphären. Alle waren sich einig: ein toller Roman.

Christine Westermann legt uns Powers Die Wurzeln des Lebens ans Herz, in dem die Helden die  Bäume sind, ohne die der Mensch nicht bestehen kann. Das Buch ist, so Westermann, voller Pathos, der sie berührt hat. Obwohl das Buch für den Man Booker Preis nominiert ist, meint Denis Scheck: „Wegen mir hätte für dieses Buch kein Baum sterben müssen“. Powers habe zwar eine starke Botschaft aber Scheck hält es für  intellektuell unredlich, ein Buch derart mit politischer Propaganda zu überfrachten. Thea Dorn stimmt dem zu. Es fällt das Wort „Kitsch“. Weidermann dagegen war von dem Buch begeistert, und attestiert Powers große Romankunst.

Volker Weidermann führt ein in Stephan Thomes Gott der Barbaren, der den Taiping-Aufstand Mitte des 19. Jahrhunderts in China behandelt. „Hochgerüstete moralische Kräfte aus dem Westen (Briten) treffen auf die Chinesen, was in einer furchtbaren Katastrophe endet“. Er war von diesem Roman beeindruckt. Westermann fand das Buch kraftlos und freudlos erzählt. Denis Scheck bescheinigt Thome große „intellektuelle Flughöhe“ und hält es für eines der „seltenen Bücher, die einen reich belohnen“. Thea Dorn fühlt sich bereichert, fragt aber, ob das Buch als Roman geglückt ist, da die einzige erfundene Figur des Romans nicht gelungen scheint.

Denis Scheck stellt David Foster Wallace Der Spaß an der Sache vor. Von dieser Essaysammlung sagt Scheck, es handle sich nicht um ein Buch, „sondern um ein Lebensmittel“. Wallace habe „unglaubliche Benennungsfähigkeit“ und analytische Kraft, mit der er die amerikanische Gesellschaft wunderbar entlarve. Dorn bestätigt, dass Wallace´ eingebaute Zweifel an den eigenen Wahrnehmungen die Beobachtungsgabe des Lesers schärfen. Scheck nennt Wallace ein „Wahrnehmungsmonster“, dem man gebannt bei seinen Denkbewegungen folgt.“

Insgesamt also vier sehr spannende Bücher, von denen das eine oder andere trotz oder gerade wegen seines Volumens geeignet für bereichernde Herbst- und Winterlesestunden scheint.

Viel Spaß wünscht euch das

Schreibtischle

 

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Das Literarische Quartett am 13.10.2017- diesmal von der Frankfurter Buchmesse

Diesmal zu Gast: Johannes Willms, Publizist und Miterfinder des Literarischen Quartetts (1988). Willms war bis 2000 Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung und danach deren Auslandskorrespondent in Paris. Nachdem das diesjährige Gastland der Buchmesse Frankreich war, stellte er den ersten Titel vor: „Die Jahre“ von Annie Ernaux, ein Entwicklungsroman und , so Willms wenig enthusiastisches Resümee: „sehr spannende Lektüre“.

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Eindrücke vom Literarischen Quartett, Freitag, 11.August 2017, ZDF

Gast war dieses Mal Ijoma Mangold, Literaturchef der ZEIT – ein geschickt gewählter Zeitpunkt, um seine, am 18. August bei Rowohlt erscheinende Biografie „Das deutsche Krokodil“ zu promoten.

Und Mangold begann die Runde auch gleich mit „Das Leben des Vernon Subutex“ von Virginie Despentes, die im Jahr 2002 durch „Baise-moi – Fick-mich“ Aufsehen erregte. Weiterlesen

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Literarisches Quartett vom 16. Juni 2017

Zu Gast war diesmal Ulrich Matthes, Mitglied des Berliner Deutschen Theaters und ein engagierter Leser und Rezensent und geschwärmt hat er zusammen mit Thea Dorn von „Sämtliche Erzählungen“ von Maeve Brennan. Brennans Geschichten nannte Dorn „großartige Etüden der Einsamkeit“ , in die sie sich sofort verliebt hat: endlich eine Frau, die es versteht, „Flaneurliteratur“ zu schreiben. Auch Weidermann lobte, sprach von einer „unaufschließbaren Einsamkeit“ und der „unglaublichen Kälte, mit der erzählt wird“. Frau Westermann traute sich danach zu sagen: „gebt euer Geld für was anderes aus, ich habe mich sehr gelangweilt“. Unter dieser Kritik litt Thea Dorn theatralisch und nahezu körperlich: die Faust an die Stirn gedrückt rang sie um Fassung. Dass jemand das, was sie als Inbegriff des Wunderbaren berückt , langweilig finden kann! Und als sie zu Frau Westermann sagte „wir suchen nach unterschiedlicher Literatur“ klingt das, als wisse Frau Westermann einfach nicht, was intellektuelles Leseniveau ist.

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