Fingerübung, Lernen durch Lesen, Schreibübung

Show – don´t tell. Eine Schreibübung.

Liebe Schreibende,

heute befassen wir uns mit einem Zitats aus Gogols Novelle „Der Newskijprospekt“:

„Sie kamen in das Zimmer. Drei weibliche Gestalten in verschiedenen Ecken stellten sich seinen Augen vor. Die eine legte Karten; die andere saß am Klavier und spielte mit zwei Fingern irgendetwas Trauriges nach Arte einer altmodischen Polonäse; die dritte saß vor dem Spiegel und kämmte ihr langes Haar und dachte gar nicht daran, beim Eintritt einer fremden Person mit ihrer Toilette aufzuhören. Eine unangenehme Unordnung, wie man sie gewöhnlich nur im Zimmer eines sorglosen Junggesellen antrifft, herrschte in allem. Die ziemlich schönen Möbel waren mit Staub bedeckt; eine Spinne hatte mit ihrem Netz das stuckierte Gesimse überzogen; durch die halbgeöffnete Tür des anderen Zimmers blitzte ein Stiefel mit einem Sporn und leuchtete der rote Aufschlag einer Uniform; eine laute Männerstimme und das Lachen einer Frau ertönte, ohne sich den geringsten Zwang anzutun. Mein Gott, wohin war er geraten!“

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Fingerübung, Schreibübung

Und was denkst Du so, mein Protagonist?

Du hast eine spannende Figur entwickelt, kennst sie vielleicht schon ganz gut, aber dir fehlt noch die Tiefe, der Kern, die Grundmotivation?

Dann fordere Deine Figur heraus und hole sie doch zum Interview. Das ist neben vielen anderen Techniken eine prima Möglichkeit, sich stärker mit den Motiven und  der Grundhaltung Deiner Figur auseinander zu setzen.

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Schreiben: Orte als Seelenspiegel für die Figuren

Ort und Person in Novelle, Kurzgeschichte oder Roman sind nicht unabhängig voneinander. Wäre der Ort einfach ein Ort, würde man ein wichtiges Potenzial vergeuden. Orte sind nämlich in der Lage, die Stimmung zu verdichten, lebendig zu machen und Spannung zu erzeugen.

Werfen wir zu diesem Thema einen Blick in Bodo Kirchoffs Novelle „Widerfahrnis“:

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Eine unerhörte Begebenheit als Ausgangspunkt der Novelle: der Brief

Mein aktuelles Projekt beginnt mit eben solch einem geheimnisvollen Brief, der die Veränderungen für meine beiden Protagonisten ins Rollen bringt.

Na, was soll denn so unerhört und packend an einem Brief sein? Vielleicht, dass man überhaupt noch einen bekommt und sich wundert, wer so altmodisch ist und so viel Zeit hat, Handgeschriebenes zu versenden?

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Wörtlich genommen

Die Schriftstellerin Herta Müller arbeitet sehr intensiv mit Collagen aus Worten, die sie aus Zeitungen ausschneidet, neu ordnet, in ungewohnte Zusammenhänge bringt. Damit regt sie sich selbst und ihre Leser an, ungewohnte Assoziationen zuzulassen und auf den Grund von Wortbedeutungen zu tauchen.

Heute biete ich euch auch an, mit einzelnen Wörtern zu arbeiten. Dazu bedienen wir uns der  in der deutschen Sprache allgegenwärtigen zusammengesetzten Substantive (substantivische Komposition), mit denen sich wunderbar arbeiten lässt.

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Kraftvolle Sprache – Übungen zu Verben

Poliere Deine Sätze auf

Jeder Schreibende hört ziemlich früh und immer wieder den Satz „Show, don´t tell“.

„Ja ja, verstanden!“, mag man denken und dennoch, dennoch…: wie schwer ist das manchmal in der Umsetzung!

Aber unsere Sprache bietet uns ein wunderbares Werkzeug: das Verb.

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Die Sinne schärfen

Eine sehr gute Übung  um sich in Schreibstimmung zu bringen, ist die Schärfung der Sinne anhand eines Gegenstandes.  Diesen Gegenstand mit allen Sinnen zu erfassen,  auf die inneren Bilder zu achten, die entstehen, die Stimmungen, die wachgerufen werden- all das bereitet den Geist darauf vor, aus den Tiefen zu schöpfen, neue Bilder zu entwickeln, sich auf Beobachtungs- und Formulierungsterrain zu begeben.

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