Fingerübung, Lernen durch Lesen, Schreibübung

Show – don´t tell. Eine Schreibübung.

Liebe Schreibende,

heute befassen wir uns mit einem Zitats aus Gogols Novelle „Der Newskijprospekt“:

„Sie kamen in das Zimmer. Drei weibliche Gestalten in verschiedenen Ecken stellten sich seinen Augen vor. Die eine legte Karten; die andere saß am Klavier und spielte mit zwei Fingern irgendetwas Trauriges nach Arte einer altmodischen Polonäse; die dritte saß vor dem Spiegel und kämmte ihr langes Haar und dachte gar nicht daran, beim Eintritt einer fremden Person mit ihrer Toilette aufzuhören. Eine unangenehme Unordnung, wie man sie gewöhnlich nur im Zimmer eines sorglosen Junggesellen antrifft, herrschte in allem. Die ziemlich schönen Möbel waren mit Staub bedeckt; eine Spinne hatte mit ihrem Netz das stuckierte Gesimse überzogen; durch die halbgeöffnete Tür des anderen Zimmers blitzte ein Stiefel mit einem Sporn und leuchtete der rote Aufschlag einer Uniform; eine laute Männerstimme und das Lachen einer Frau ertönte, ohne sich den geringsten Zwang anzutun. Mein Gott, wohin war er geraten!“

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Allgemein, Lernen durch Lesen

Emotionen erlebbar machen: Angst

„Der Mensch braucht Angst, sonst lernt er nichts“ 1

Stefan Zweigs Novelle „Angst“ von 1912

Starke Emotionen und Novellen- eine hautenge Beziehung! Das die Novelle begründende  Ereignis ist unerwartet, ungewöhnlich, ungehörig.  Und solche Ereignisse werfen in aller Regel die Protagonisten aus den gewohnten Bahnen, schubsen sie in herausfordernde Gefühlswelten, fordern sie zu Handlungen und Entscheidungen auf, die ihnen selbst (noch) fremd sind.

Die Angst ist dabei ein ganz besonderer, den ganzen Menschen, die ganze Wahrnehmung und Verhaltensweise verändernder Saft. Ohne ihn kein Thriller, ohne ihn keine der herausragendsten Novellen des vergangenen Jahrhunderts.

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